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Audory Höhle Der Löwen Deal Geplatzt

    Audory Höhle Der Löwen Deal Geplatzt :- 

    Eine App für interaktive Hörspiele: Dazu führte das Startup Audory eine Vereinbarung mit DHDL. Es explodierte jedoch nach dem Konzert. Warum der Gründer davon begeistert ist.

    Am Ende war es ein Kampf zwischen insgesamt drei Löwen. Carsten Maschmeyer und Georg Kofler einerseits, Nils Glagau andererseits – sie alle wollten am Montagabend in der Start-up-Sendung „Die Höhle der Löwen“ in die Firma von Max Rose investieren. Der 23-jährige Informatiker hatte zuvor seine Firma Audory, eine Internetplattform für interaktive Hörspiele, Investoren vorgeschlagen. „Ich möchte Autoren ins 21. Jahrhundert bringen“, formulierte Rose die Idee.

    Insbesondere können Nutzer der Plattform aktiv in den Verlauf der Geschichte eingreifen. Im Abstand von vielen Minuten werden immer wieder Fragen gestellt. Abhängig von der Antwort, die die Verbraucher auswählen, wird das Verfahren entsprechend fortgesetzt. Rose versicherte den Löwen, dass nichts weiter als die Audory-App erforderlich sei. Mit einer Investition von 120.000 Euro hatte der Chemnitzer Planer gerechnet. Im Gegenzug verpflichtete er 15 Prozent seiner Firmenanteile.

    Begeisterung – trotz knapp 1100 Euro Umsatz

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    Dass Rose bisher nur wenige hundert Nutzer für seine App gewinnen konnte, die zusammen einen Umsatz von rund 1100 Euro erzielten, schien die Löwen nicht abzuschrecken. Im Gegenteil: Vor allem Carsten Maschmeyer fiel der Jungunternehmer aufgrund seiner Talente auf. Rose hat seine Bachelorarbeit über Künstliche Intelligenz geschrieben. Für Audory baute er einen Upload-Filter, der qualitativ schlechte Hörbücher automatisch erkennt und herausfiltert. “Mega!” sagte Maschmeyer. Auch Juror Nils Glagau war euphorisch. Er ist mit Hörspielen aufgewachsen und mag sie. Den gleichen Eifer sieht er nun auch bei seinen Kindern. “Das wird funktionieren”, sagt Glagau.

    Demnach machte der Löwe dem Gründer ein Angebot: 120.000 Euro für 15 Prozent der Anteile an Audory. Genau die Umstände, die sich Max Rose gewünscht hatte. Aber auch Carsten Maschmeyer und Georg Kofler machten mit. Beide Löwen versprachen Rose, insgesamt 200.000 Euro in seine Firma zu investieren. Dafür soll er 20 Prozent seiner Firma abgeben.

    Nach einem kurzen Telefonat mit einem Mentor stand die Wahl fest: Rose entschied sich für die Combo aus Maschmeyer und Kofler. Nicht nur, weil Maschmeyer bereits App-Erfahrung hat. Auch Georg Kofler und seine Influencer-Firma Social Chain boten dem Unternehmer große Vermarktungsperspektiven.

    Kein Konsens über die Strategie

    Wie die Gründungsszene erfuhr, kam die Transaktion jedoch nicht nach der Sendung zustande. „Es gab unterschiedliche Perspektiven über die zukünftige Ausrichtung der Kanzlei“, sagte eine Sprecherin von Carsten Maschmeyer auf Nachfrage. Zu weiteren Einzelheiten wollte sich niemand äußern. Nur so viel: Löwen und Gründer sind im guten Einvernehmen gegangen. Das bestätigte auch Audory-Schöpfer Max Rose bei Kontaktaufnahme: „Ich kann mich jederzeit an Carsten und Georg wenden“, behauptete der gebürtige Chemnitzer.

    Finanziell geschadet hat ihm die Absage übrigens nicht. Im Gegenteil: Rose konnte kurze Zeit später die sächsische Beteiligungsbranche als Investor gewinnen. Die spendeten insgesamt 300.000 Euro – und das sogar ohne dafür Aktien anzunehmen. Es handelt sich um eine stille Beteiligung, was bedeutet, dass ein Investor lediglich am Gewinn des Unternehmens teilnimmt, aber selbst keine Kontrollrechte ausübt. Gründerin Rose ist zufrieden: „Im Konzept war das Schnäppchen noch besser.“

    Als letztes sahen die Zuschauer den Deal: Die Jurymitglieder, Unternehmer Carsten Maschmeyer (62) und Manager Georg Kofler (64), boten 200.000 Euro für 20 Prozent des Chemnitzer Start-ups.

    Was im Fernsehen nicht ausgestrahlt wurde: Nach der VOX-Sendung brach die Firma zusammen. „Bezüglich der strategischen Ausrichtung gab es unterschiedliche Perspektiven“, räumt Rose ein.

    Gleichzeitig betont der Informatiker: „Wir sind zu hervorragenden Konditionen abgereist. Ich habe Maschmeyers private Handynummer übernommen und kann ihn jederzeit kontaktieren.“

    Am Ende landete Rose doch noch den größten Coup: „Die Sächsische Beteiligungsgesellschaft (SBG) hat 300.000 Euro in ‚Audory‘ investiert!“, freut sich der Geschäftsführer.

    Das Schöne daran: Die SBG ist als stiller Gesellschafter an Bord und der 25-Jährige hält alle Anteile an seiner App.

    Der wichtigste Aspekt des TV-Auftritts ist die Werbung

    Audory Höhle Der Löwen Deal Geplatzt

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    Das Kostbarste, was Max Rose schließlich aus der „Höhle der Löwen“ mitnimmt, ist die Werbung.

    Access flog schon während der Sendung durch die Decke: „Innerhalb von drei Stunden hat unser Server eine halbe Million Anfragen protokolliert.“

    Als die Show gedreht wurde, hatte „Audory“ gerade mal ein paar Hundert Nutzer, der Umsatz lag bei knapp über 1.000 Euro. Nach Angaben des Unternehmers haben inzwischen eine fünfstellige Zahl von Menschen die Software für interaktive Geschichten heruntergeladen.

    Bei ihnen wird der Zuhörer selbst zum Protagonisten, bestimmt den Handlungsstrang – und schließlich auch seinen Abschluss. „Jetzt geht es richtig los“, sagt Max Rose, der auch Programmierer und Geschäftsführer von „Audory“ ist.

    Mit der Geldflut kommen neue Autoren an Bord eingeladen, und die App ist vollgepackt mit noch mehr Geschichten.

    Das steckt hinter „Audory“ Mit der „Audory“-App von Max Rose können Hörbuch-Enthusiasten mitten in der Handlung bei der Auswahl des Plots helfen. Wie er selbst feststellt, verbindet der 23-Jährige zwei wesentliche Trends: audiobasierte Anwendungen und Interaktion.

    Auch an die Autoren wurde bei der Programmgestaltung gedacht: Das Chemnitzer Start-up ermöglicht ihnen, mit einem speziellen Editor selbst zu wählen, wann der Hörer über den nächsten Weg der Geschichte entscheiden darf.

    Audory Höhle Der Löwen Deal Geplatzt

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    Die Befürchtung des Löwen, dass die Plattform auch von angehenden Verschwörungstheoretikern oder ähnlichem genutzt werden könnte, konnte der 23-Jährige entkräften: Im Programm ist ein automatischer Upload-Filter enthalten, der solche Informationen unter anderem sofort unterbinden würde .

    Laut Rose sind bisher insgesamt acht große Projekte entstanden. Es wären insgesamt 330 Personen, davon 220 Zuhörer und 176, die ein Hörbuch gekauft haben.

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